Risiken beim Linkkauf und wie Google ihn erkennt

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

google-link-kaufFreitag, 02. OKtober 2009 um 10:13 Uhr
Der Handel mit Links (Kauf, Verkauf, Tausch, Miete) ist keine neue Entwicklung. Auch die Ankündigugen von Google und anderen Suchmaschinen dagegen vorzugehen, sowie Berichte von Betroffenen, Statistiken von Bestraften und Warnungen vor dem Backlinkkauf findet man schon seit mehreren Jahren auf einschlägigen Websites.

Trotzdem verzeichnen Linkbörsen und Marktplätze immernoch steigende Userzahlen. Viele Website Betreiber und Blogger haben darin eine sehr lukrative Werbemaßnahme entdeckt.

Dieser Artikel soll erläutern, welche Risiken bei dem Kauf, Verkauf und auch beim übermäßigen Tausch von Backlinks bestehen und wie Google diese Werbemaßnahmen erkennen und ggf. bestrafen könnte.

Was ist Linkhandel?

Arten des Linkhandels

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten des Linkhandels:

  1. Manuell eingebunde Links, die über einschlägige Foren oder andere Kommunikationswege im direkten Kontakt zwischen Käufer und Verkäufer vermittelt werden und
  2. Automatisch eingebundene Links, die über Marktplätze und Linkbörsen wie Teliad, Linklift und Backlinkseller vermittelt werden.

Zwar sind manuell eingebundene links oftmals flexibler und besser zu verstecken, grundsätzlich gelten mit kleinen Besonderheiten die folgenden Ausführungen aber für beide Arten des Linkhandels. Ich möchte mich schwerpunktmäßig jedoch auf die automatisch eingebundenen Links konzentrieren, da diese meiner Meinung nach auch eher im Visier von Google stehen.

Begriffe des Linkhandels

Häufig werden die Begriffe "Link(ver)kauf", "Linktausch" und "Linkmiete" synonym verwendet. Um ein wenig Klarheit in die Begrifflichkeiten zu bringen, möchte ich zunächst diese Begriffe in ihrem inhaltlichen Bedeutungsgehalt voneinander abgrenzen.

Link(ver)kauf:

Der Link(ver)kauf ist vermutlich die am wenigsten verbreitetste Form des Linkhandels. Beim Linkkauf wird durch eine einmalige Zahlung ein Link dauerhaft erworben. In der Praxis wird diese Form des Linkhandels in erster Linie von Open Source Projekten, karitativen Einrichtungen und Vereinen betrieben, die auf ihren Websites Linkplätze als Sponsoren o.Ä. gegen eine einmalige, mehr oder minder hohe Spende anbieten. Ebenfalls unter den Linkkauf fällt es, wenn beispielsweise ein Online Shop als Gegenleistung für die Verlinkung einen Gutschein anbietet. Auf privaten oder klassisch kommerziellen Websites findet sich diese Form des Linkhandels jedoch eher selten.

Linkmiete:

Die Linkmiete unterscheidet sich vom Linkkauf dadurch, dass der Link nur zeitlich begrenzt überlassen wird und die Zahlung nicht einmalig sondern in der Regel nach Tagen/Wochen/Monaten oder sogar Jahren der Einblendung erfolgt. Diese Form der Linkhandels ist am weitesten verbreitet und wird im Wesentlichen, aber nicht ausschließlich über Linkbörsen und Linkmarktplätze vermittelt. Im Falle der Vermittlung durch einen Dritten besteht zumeist kein direkter Kontakt und auch keine vertragliche Beziehung zwischen dem Betreiber der verlinkenden und dem der verlinkten Website.

Linktausch:

Der Linktausch ähnelt dem Link(verkauf). Der Unterschied besteht in der Gegenleistung. Beim Linktausch besteht die Gegenleistung nicht in der Zahlung eines vereinbarten Geldbetrages (Kaufpreis). Man unterscheidet zwischen dem Linktausch im engeren und dem Linktausch im weiteren Sinne.

Beim Linktausch im engeren Sinne werden Links gegen Links getauscht (sog. reciprocal links). Diese Art des Linkhandels kommt vorallem bei manuell eingebundenen Links vor und wird zumeist über einschlägige Foren oder andere Internet Kommunikationswege vermittelt. Bei dieser Form der Gewinnung von Backlinks wird jedoch nach allgemeiner Auffassung davon ausgegeangen, dass sie keinen unmittelbar fördernden Beitrag zur Positionierung einer Website hat. Siehe dazu: Linkstealth.

Beim Linktausch im weiteren Sinne ist die Gegenleistung nicht ein Link, sondern besteht in einer andersartigen Leistung, die nicht Zahlung eines Geldbetrages (siehe Link(ver)kauf) ist.

Google Webmaster Richtlinien zum Thema Linkhandel

Ins Visier rücken den Google Webmaster Richtlinien zufolge insbesondere:

  • Links mit der Absicht, den PageRank zu manipulieren
  • Übermäßiger Linkaustausch und übermäßige gegenseitige Vernetzung ("Ich verknüpfe zu dir und du verknüpfst zu mir")
  • Kaufen oder Verkaufen von Links mit einem PageRank

Doch auch Google hat erkannt, dass der Handel mit Links zum Marktplatz "Internet" gehört und verbietet daher dankenswerterweise nicht jede Form der Verlinkung. Um nicht des Linkhandels verdächtig zu werden bietet Google selbst folgende Möglichkeiten an:

  • Hinzufügen des Attributs rel="nofollow" zum "<a>"-Tag
  • Weiterleiten der Links zu einer Zwischenseite, die über die "robots-txt"-Datei für Suchmaschinen gesperrt ist.

Sowohl das Hinzufügen des nofollow Attributs, als auch das Weiterleiten auf eine durch eine roobots.txt gesperrte Seite widerspechen dem System des Linkhandels in der Form, in der es sich in den letzten Jahren frei marktwirtschaftlich entwickelt hat. Dieses System baut nämlich zu wesentlichen Teilen auf einer Pagerank Vererbung auf; der PR ist ein den Linkpreis bestimmender Faktor.

Einige Linkbörsen Anbieter sind mittlerweile dazu übergegangen zumindest auch den Handel mit nofollow Links anzubieten. Diese sind naturgemäß weniger wert und nicht so beliebt, werden jedoch nach Aussage der Betreiber ganz gut von den jeweiligen Communitys aufgenommen.

Ob es immer der richtige Schritt ist, sich dem Monopolisten Google zu unterwerfen ist jedoch nicht nur eine Frage, die sich im Bereich des Linkhandels stellt...

Fakt ist: wer bei Google mitspielen will, muss sich an die Regeln halten.

Nachvollziehbar ist das aus meiner Sicht in den allermeisten der in den Richtlinien aufgeführten Punkten, aber bei den Vorgaben zum Backlinkhandel habe auch ich ein ungutes Gefühl:

Denn betrachtet man Googles Begründung zum Vorgehen gegen den Linkhandel und die aufgeworfenen Probleme und Unsicherheiten vieler Webmaster und Blogger, so kommt man u.U. zu dem Ergebnis, dass es nicht unbedingt die beste Lösung war.

Googles Begründung:

Google begründet das Vorgehen gegen den Handel mit Links mit der Qualitätssicherung ihrer Suchergebnisseiten (Serps). Sie zeigen sich sehr darum bemüht, Links, deren alleinige Absicht es ist die Suchergebnisseiten zu manipulieren, unberücksichtigt zu lassen und haben "zu diesem Zeck" sogar einen "Petz-Service" eingeführt, mit dessen Hilfe man kaufende oder verkaufende Websitebetreiber bei Google anklagen kann.

Ob dies wirklich "zu DIESEM Zweck" geschah oder vielleicht, weil die Google Filter noch Probleme bei der Erkennung und eindeutigen Identifizierung solcher Links haben (siehe unten), soll jetzt mal dahingestellt sein. Ob das "Petz-System" tatsächlich funktioniert, ist auch noch fraglich. Wer es überhaupt benutzt? Meiner Meinung nach nur verzweifelte Mitbewerber, die ihren Konkurrenten eins auswischen wollen. Von daher finde ich es moralisch auch eher grenzwertig so einen Service einzuführen.

Solange es aber dazu führt, dass Google seine Filter für den Linkhandel sensibilisieren kann, da Ihnen auf diese Weise neben vermutlich zahlreichen falschen Verdächtigungen weitere Fälle bekannt gemacht werden, ist zumindest aus Googles Sicht der Zeck des Systems erfüllt.

Aber nun zurück zu Googles Begründung:

Als ich die neue Richtlinie zum ersten mal las, habe ich mich sofort gefragt, ob es dabei wirklich bzw. ausschließlich um die Qualitätssicherung der Serps geht oder ob nicht vielleicht auch die Tatsache eine Rolle spielte, dass Google Adsense durch die zahlreichen Linkbörsen ernst zu nehmende Konkurrenz bekommen hat.

Denn im Grunde seines Geistes ist auch Google Adsense ein System, dass sogar ganz erheblichen Einfluß auf die Suchmaschinenergebnisseiten hat. Mit dem bedeutenden Unterschied, dass nicht unbekannte Dritte sondern Google selbst daran verdient. Dass Google Adsense nicht die gleiche qualitative Selektion vornimmt, wie sie von Webmastern und Bloggern erwartet wird, ist - denke ich - unumstritten.

Bei vielen verkaufsgeeigneten und starken keywords finden sich nicht unbedingt qualitativ hochwertige Websites auf den allerersten Plätzen der Ergebnisseiten. Um dies zu stützen und, weil es gerade so gut passt, möchte ich folgenden Screenshot einführen, der belegt, dass Google etwas darf, was wir nicht dürfen: mit Linktauschbörsen Geld verdienen:

risiken-beim-linkhandel

Screenshot vom 09.10.2009, Quelle: Google, Suchbegriff: "Linkkauf"

Wenn doch die Linktauschbörsen die von Google deklarierten "schwarzen Schafe" des Internets sind, erwarte ich auch Konsequenz in den eigenen Reihen! Insbesondere, da der von Google geführte Kampf gegen den Backlinkhandel nicht erst gestern begonnen hat.

Sicherlich gibt es einen für jeden erkennbaren Unterschied zwischen den Adsense Anzeigen in den Serps und den im "normalen" Ranking verbesserten Positionierungen durch quantitativ und qualitativ gute, erkaufte Backlinks.

Fraglich ist allerdings, ob dies ein solches Vorgehen gegen den Linkhandel rechtfertigt und ob die von Google gewählte Vorgehensweise überhaupt erforderlich und geeignet ist, um das erklärte Ziel zu erreichen. Ebenfalls zweifelhaft ist zumindest, ob es nicht bessere Alternativen dazu gibt.

Aufgeworfene Probleme und Unsicherheiten:

Denn nicht zuletzt wurde durch die Ankündigungen und die Vorgehensweise von Google eine erhebliche Unsicherheit geschaffen. Dies gilt auch nachdem Google erklärt hat, wie man sich dem Verdacht des Linkhandels entziehen kann. Um die Unklarheiten und Probleme zu verdeutlichen möchte ich in Frageform einige Punkte ansprechen:

  • Muss jetzt jeder Webmaster alle externen Links auf jeder Website mit dem Attribut nofollow belegen, um nicht verdächtigt zu werden?
  • Wie unterscheidet Google zwischen "echten" Partnerschaften, bei denen auch eine PR Vererbung durchaus im Sinne des trotzigen Erfinders ist und den nunmehr als "schwarze Schafe" abgestempelten Linkkäufern/verkäufern?
  • Oftmals befinden sich bspw. bei Websoftware, Templates oder generell bei von Webagenturen erstellten Homepages im Footer Links, die nicht mit nofollow belegt wurden, aber ansich auch nichts mit dem linkhandel zu tun haben, wie unterscheidet Google in solchen Fällen?
  • Wird mit dieser Vorgehensweise nicht das Verlinkungssystem des Internets ad absurdum geführt, in dem ein Generalverdacht für alle externen links ausgesprochen wird, die den Pagerank vererben?
  • Ist es nicht in manchen Branchen unmöglich ohne Linkkauf in die TOP 10 zu kommen? Ist das von Google gewählte Mittel geeignet dies zu beenden? Oder werden erst nur einzelne von den Filtern erwischt, während die anderen wettbewerbsgefördert durch Ausschaltung eines Konkurrenten weiter agieren?
  • Welche Werbeformen bewegen sich noch im Rahmen des Zulässigen?
  • Verbleiben überhaupt noch Alternativen zu Google Adsense?
  • Wie würden Printmedien reagieren, wenn eine vergleichbare Zensur der Werbemaßnahmen im Printbereich stattfinden würde?
  • und vieles mehr...

All dies bringt mich zu der Frage, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, endlich das Phänomen Pagerank zumindest in der uns entgegentretenden und den Linkhandel fördernden Form eines öffentlichen Pageranks zu begraben?

Dies hätte den Backlink Handel meiner Meinung nach dort getroffen, wo man ihn - sofern man gegen ihn vorgeht - auch treffen muss. Zugegebenerweise, an dem Pagerank hängen mittlerweile sehr viele Systeme, sogar ganze Existenzen. Er hat für viele eine bedeutende Rolle. Aber die Abschaffung des PRs würde nicht nur in Fachkreisen die Konzentration noch/wieder weiter auf den Inhalt einer Website verschieben.

Sieh auch: Meldung vom 19.10.2009 auf t3n.de: Google begräbt den Pagerank

Wie könnte Google den Linkhandel erkennen?

In diesem Teil möchte ich mich besonders auf die Marktplätze und Tauschbörsen konzentrieren, die den Werbenden PHP oder Javascript Code Schnipsel (sog. Snippets) zur Verfügung stellen, um die über den jeweiligen Markplatz gebuchten Links auf der Webseite des Verkäufers auszugeben. Diese Snippets lassen sich zumeist einfach an einer beliebigen Stelle des eigenen Website Codes einfügen. Nach mehr oder minder guten Validierungs- und Schutzmaßnahmen sind dann auch schnell Links zu sehen und die ersten Einnahmen auf dem Konto zu verbuchen.

Zunächst einmal sind die über einen PHP Code generierten Links für Suchmaschinen schwerer zu erkennen, da PHP im Gegensatz zu Javascript nicht clientseitig, sondern serverseitig, sprich zeitlich vor dem Zugriff der Suchmaschine ausgeführt wird.

Erreicht der Suchmaschinenbot die Stelle im Quellext einer Seite, an der die Backlinks generiert wurden, sieht er nicht den ausführenden Code sondern lediglich das Resultat, also die Links. Insofern unterscheiden sich dynamisch oder automatisch generierte Links nicht zwingend von den manuell Erstellten. Das bedeutet für diese Analyse allerdings auch, dass ich mich auf den generierten HTML Code beschränken muss.

Dabei ist zu beachten, dass einige der Kriterien für sich allein genommen nicht aussagekräftig genug sein werden, um eine Google Abstrafung zu begründen und nur in Kombinationen mit anderen Indizien eine Strafwürdigkeit begründen können.

Transparenz der Linkbörsen

Doch bevor ich genauer auf Details des generierten Codes eingehe, möchte ich erst noch auf eine viel simplere Methode der Erkennung von Linkhandel zu sprechen kommen. Ich gehe davon aus, dass Google jedes rechtlich zulässige Mittel nutzen wird, um an Infomationen über den Linkhandel zu gelangen. Warum also nicht ein Team damit beauftragen, sich bei den einschlägigen Linkbörsen anzumelden, um sich dort mal umzusehen:

Dabei sind voll- oder teiltransparente Linkbörsen ein leichtes Opfer. Wenn Sie als angemeldeter Benutzer der Linkbörsen unabhängig von einer konkreten Buchung einsehen können, wer Links zum Kauf oder Linkplätze zum Verkauf anbietet, kann Google das auch! Natürlich besteht für Sie ein großes Interesse daran, zu wissen welche Links auf Ihren Seiten gebucht bzw. auf welchen Seiten Ihre Links erscheinen werden. Allerdings sollte es genügen, wenn Sie nur die Links/Websites einsehen und gegebenenfalls verwalten können, die auch tatsächlich gebucht sind bzw. an die Links verkauft werden. Schädlich - jedoch nicht zwingend aussagekräftig - könnte es natürlich auch sein, wenn der Benutzername auf dem Linkmarktplatz dem Domainnamen entspricht oder auf die Domain hindeutet. Von transparenten Linkbörsen ist also abzuraten.

Umgebungscode der Links

Ein gutes Indiz für gekaufte oder getauschte Links könnte der Umgebungscode sein. Sollte ein von den Linkbörsen zur Verfügung gestelltes Snippet beispielsweise auch HTML Kommentare á la

<!-- Hier beginnt der NameDerLinkBörse Code -->

generieren, kann Google darin unter Umständen ein Muster erkennen und seine Filter darauf ansetzen.

Umgebungstext der Links

Auch aus Umgebungstexten könnten Suchmaschinen auf ein bestimmtes Muster schließen.

So finden sich unter Überschriften wie "Werbung", "Linkpartner", "Partner" oder "Empfehlungen" sehr häufig auch die "schwarzen Schafe" unter den Hyperlinks. Vermeiden Sie solch eindeutige Überschriften. Dieser Punkt zeigt den schmalen Grad auf dem sich Googles Filter hier bewegen. Einerseits ist eine solche Überschrift schon ein relativ eindeutiges Indiz, andererseits sind diese Überschriften gängige Praxis im Internet und in vielen Fällen finden sich nicht unbedingt vermietete Links in den darauf folgenden Listen. Insofern darf dieses Kriterium auch nicht überbewertet werden. Es wird wohl nur in Kumulation mit weiteren Indizien zu einer Strafe führen.

"Gut", denken Sie sich. "Dann lass ich den Umgebungstext ganz weg...". Auch das kann jedoch ein Indiz für Google sein, dass es sich um ge- oder vermietete und nicht um natürlich gesetzte Links handelt. Natürlich gesetzte Links, also solche, die ich setze, damit Besucher meiner Website, Besucher einer anderen Website werden, haben nämlich zumeist einen beschreibenden Umgebungstext oder sind ganz in den Content einer Website eingebunden. Schließlich muss man ja - sollte man es durch Programmierfehler, eine unübersichtliche Navigation, zu viel Werbung oder ein furchtbares Layout noch nicht geschafft haben - seinen Besuchern irgendwie klar machen, warum sie jetzt die Website verlassen sollen.

Was bleibt also? Man sollte einen Umgebungstext setzen, aber keinen, der auf einen Linkverkauf hindeutet, den Link aber schon irgendwie beschreibt? Schwierig! Verkaufte Links sollten so natürlich wie möglich aussehen. Auch ganz kurze, zumeist nur aus ein oder zwei Wörtern bestehende Texte vor und nach dem Link können auf einen Linkhandel hindeuten, insbesondere, wenn Sie zusätzlich das Thema der verlinkten Website zu sehr in den Vordergrund stellen und zusammenhangslos wirken.

Dies bringt mich auch zum nächsten möglichen Indiz für Google:

Themenrelevanz der Links

Bei einigen Backlink Marktplätzen kann angegeben werden, aus welchen Themenfeldern Links ge- oder verkauft werden sollen, bei anderen kann man jede Buchung manuell bestätigen. Einige bieten allerdings eine solche inhaltliche Selektionsmöglichkeit gar nicht erst an.

Grundsätzlich gilt, dass sowohl Verkäufer, als auch Käufer keine themenfremden Links zulassen sollten, da der Themenbezug eines Links aus meiner Sicht ein sehr bedeutendes Indiz darstellen könnte. Denn dadurch weichen gekaufte Links maßgeblich von natürlich gesetzten Links ab. Natürlich gesetzte Links haben zumeist einen direkten Bezug zur verlinkenden Seite. Dabei ist das Verhätnis zwischen Thema der verlinkenden Seite, Thema des Linktextes bzw. des Linktitels und Thema der verlinkten Seite maßgeblich.

Auf der Website eines Bäckermeisters haben daher Links zu einem Last-Minute Anbieter oder einer Poker Software im Regelfall nichts zu suchen. Sollte Google auf einer oder mehrerer Ihrer Seiten themenunrelevante Links sichten, könnte dies ein klares Indiz für den Verkauf von Links sein.

Dauerhaftigkeit der Links

Ein weiteres aus meiner Sicht starkes Indiz für den Backlinkhandel könnte die Dauerhaftigkeit der Links sein. Im Regelfall werden Backlinks über Linkmarktplätze und Linktauschbörsen monatsweise gebucht. Das weiß natürlich auch Google. Sicherlich wird dieses Kriterium dadurch geschwächt, dass auf vielen Websites dynamisch generierte, natürliche Links eingesetzt werden, die im Einzelfall auch regelmäßig ausgetauscht oder verändert werden. Google könnte dieses Problem aber durch einen Vergleich der Dauerhaftigkeit der vermutet gekauften Links mit der Dauerhaftigkeit der übrigen Links auf einer Website lösen. Sollte Google daher an ein und der selben Position auf Ihrer Website regelmäßig wechselnde Links feststellen und sich im Vergleich dazu die anderen Links der Website nie oder selten ändern, könnte auch dies auf gekaufte Links hindeuten.

Auf Käuferseite ist ebenfalls einiges zu beachten. Sowohl beim Anlegen, als auch beim Beenden einer Linkkampagne sollte man Vorsicht walten lassen und nicht übertreiben. Wenn man Linktauschbörsen nutzen will, um sein Rankuíng zu verbessern sollte man die Kampagne so anlegen, dass sie natürlich wirkt. Sprich: Begrenzung der Links auf Anzahl der Websites, Themen der Websites und maximale Einblendungen pro Tag. Ein zu steiler Backlinkwachstum ist genauso auffällig wie der panikartikte und abruppte Abbruch einer Kampagne. Beenden Sie Kampagnen nicht von jetzt auf gleich, sondern lassen sie diese langsam auslaufen.

Positionierung der Links

Die Positionierung der Links innerhalb der Website könnte ebenso als ein Indiz für den Backlink Verkauf von Google bewertet werden. Natürliche Links werden zumeist nicht an solchen Stellen gesetzt, die für den Betrachter kaum sichtbar sind. Auch Google wird wohl bemerkt haben, dass sich gekaufte Links häufig erst im Footer einer Website finden lassen.

Versteckte Links

Gleiches gilt im Übrigen auch für jede Art des Versteckens von Links. Auf die zahlreichen Möglichkeiten, wie man Links verstecken kann, möchte ich hier jedoch nicht eingehen. Unabhängig davon, dass Google auf mittlerweile fast jede Form der Unkenntlichmachung von Links allergisch (leider kein "Ausschlag" nach oben) reagiert, gilt dieser Grundsatz auch für den Verkauf von Links.

Anzahl der Links

Auch der Anzahl der Links könnte eine bedeutende Rolle im Kampf gegen den Linkhandel zukommen. Dies gilt in erster Linie natürlich für den Käufer/Mieter der Links. Finden sich auf zahlreichen themenunrelevanten Seiten Links zu einer bestimmten Website und treten zusätzlich noch andere der erwähnten Kriterien hinzu, so könnte Google sich in der Vermutung bestärkt fühlen und eine Strafe anordnen.

Die Verträglichkeit eines Backlinkanstieges ist allerdings auch von Website zu Website unterschiedlich. Ich gehe davon aus, dass diese maßgeblich durch den Trust einer Website, das Alter und die Anzahl der bestehenden Backlinks bestimmt wird. Etablierte Projekte sollten daher einen erkauften Backlinkanstieg eher verkraften, als Websites, die gerade erst das Licht der Welt erblickt haben.

Aber auch auf Verkäufer/Vermieter-Seite sollte man darauf achten, dass die Anzahl der vermieteten Links nicht zu hoch ist. Dies ist jedoch eine Entscheidung des Einzelfalls.

Bad neighbourhood und .ru Links

Ohne die Inhaber von .ru Links diskreditieren zu wollen, sollte man auf den Kauf oder Verkauf von .ru Links verzichten, da diese in der Vergangenheit häufiger als Linkhändler auf sich aufmerksam gemacht haben.

Auch den Inhalt der verlinkten Seiten sollte man sich nicht nur aus rechtlichen Gründen zumindest mal anschauen. Die zu buchenden Links werden von einigen Plattformen oft nur einmalig bei der Anmeldung überprüft und - obwohl ich diese Erfahrung noch nicht gemacht habe - könnten sie unter Umständen nicht dem entsprechen, was Linktitel oder Linktext vermuten lassen.

Pagerank Vererbung der Links

Last but not least spielt wie von Google empfohlen auch die Pagerank Vererbung der Links eine tragende Rolle bei der Unterscheidung zwischen natürlichen und (v)erkauften Links. Möchte man den Pagerank nicht über einen Link auf eine externe Seite vererben, so kann man dies mit Hilfe des nofollow Attributs erreichen. Dies sollte Google allerdings im Verhältnis zu den anderen Links einer Website und in Kombination mit den oben aufgeführten Indizien bewerten.

Dazu nur ein Beispiel: Sind alle externen Links einer Website mit nofollow belegt bis auf die drei monatlich wechselnden Links im Footer, die häufig auch nicht zum Thema der Website passen, dann würde ich (wenn ich mir mal erlaube mit den Augen von Google zu sehen) schon mit ziemlicher Gewissheit sagen können, dass es sich in diesem Fall um verkaufte Links handelt...

Welche Strafen drohen?

Während früher bei Einzelfallmaßnahmen zumeist nur der Pagerank der Seite herabgesetzt wurde, ist heute an Strafen grundsätzlich alles denkbar, was der Google Strafkatalog so hergibt. Es kann also von einer milden Pagerankabstufung, über den Verlust des Pageranks oder die Versetzung der Website auf den Serps auf die unter 50 Marke bis hin zum völligen Ausschluss alles passieren, was Google zu bieten hat.

Wie hoch ist das Risiko von Google bestraft zu werden?

Auch, wenn das Risiko von Google bestraft zu werden momentan noch als relativ gering eingestuft wird, sollte unter gründlicher Abwägung der bestehenden Risiken und des potenziell hohen Verdienstes immer im Einzelfall entschieden werden, ob sich der Backlink(ver)kauf rentiert. Im Zweifelsfall sollte auf bedeutenden oder gar existenziell wichtigen Seiten darauf verzichtet werden. Insbesondere natürlich dann, wenn der maßgebliche Traffic über Suchmaschinen kommt.

Bei kleineren und traffic schwachen Seiten kann sich der Einsatz von erkauften Links schnell lohnen, um kontrolliert und unter Beachtung oben genannter Kriterien den Linkaufbau voran zu treiben und dadurch eine bessere Positionierung zu erlangen. Bei bestimmten Keywords ist es (momentan sogar (noch)) fast unmöglich unter die TOP 10 auf den Google Serps zu gelangen, ohne auf den Backlinkaufbau durch Linkkauf/Tauschgeschäfte zurück zu greifen, da die Konkurrenz ebenfalls solche Maßnahmen ergreift und nicht von Google gefiltert wird.

Auch der Verkauf von Links eignet sich für kleine, nicht so auf Suchmaschinen angewiesene Websites, wie etwa Vereinswebseiten, Webvisitenkarten o.ä. eher als ein Pay per Klick System á la Google Adsense. Denn damit kann man relativ schnell und stabil auch hohe Erträge erzielen, um bspw. die Kosten für Webhosting Pakete zu decken.

Fakt ist nämlich auch, dass die Linkbörsen und Marktplätze - wie eingangs erwähnt - weiter steigende Userzahlen zu verbuchen haben und die Maßnahmen von Google viele Leute nur verunsichern und nicht abschrecken.

Es bleibt also jedem selbst überlassen die oben geschilderte Abwägung vorzunehmen.

 

Wer so viel über Links schreibt, der sollte auch welche einbauen (für die Petzen: es handelt sich nicht um gekaufte Links...):

Kommentare 

 
#1 Matthias 2009-10-13 00:32
Ausgezeichneter Artikel mit hohem Informationsgeh alt! Danke und weiter so! :-)
Zitieren
 
 
#2 Daniel 2009-10-26 22:13
Ich bin gerade in der Situation und am überlegen, wie ich mein Ranking verbessern kann. Da kam mir der Artikel gerade recht. Was ich mich noch frage (vielleicht habe ich es auch übersehen?) wie man seriöse und unseriöse Backlink Verkäufer unterscheiden kann?
Gruß
Zitieren
 
 
#3 HanSEOte 2009-10-26 22:59
Guck dir die Seite am besten einfach an. Welchen Pagerank hat sie? wieviele externe Links existieren? Sind diese nofollow oder follow? Wie ist das generelle Erscheinungsbil d der Seite? Aufwendig oder eher hingeklatscht? Welches Thema behandelt die Seite (schlecht sind zum Beispiel: Pharma Industrie, Adult und Glücksspiel etc.) und und und…
Zitieren
 
 
#4 Holger 2009-11-28 00:05
Danke für die nützlichen Infos.
Zitieren
 
 
#5 Uhren Tom 2010-03-06 16:59
Danke für den sehr ausführlichen Artikel. Google wird natürlich alles unternehmen, hier für sich Transparenz zu schaffen und ein Übertreiben zu unterbinden.
Zitieren
 
 
#6 Stefan 2010-04-01 17:53
Hat jemand Erfahrungen damit, wie Google es seiht, wenn man sich so wie hier in ein Forum, Gästebuch oder Ähnliches einträgt. Das ist ja kein Linktausch und auch kein Handel.
Zitieren
 
 
#7 Peter 2010-06-13 15:46
Sehr informativ - Danke! Nur leider ist man so klug als je zuvor. Backlinktausch ja oder nein, dass ist hier die Frage :)
Zitieren